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20. Jahrhundert bis heute


Gegen Ende des 19. Jh.s wurden im Ort zahlreiche Vereine ge­gründet, darunter auch der als Folge der häufigen Brände ins Leben gerufene Freiwillige Feuerwehrverein (1890). Die wirtschaftliche Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging mit dem allgemeinen Fortschritt der Landwirtschaft konform. Nach dem Ersten Weltkrieg folgten politisch un­sichere Jahre bis zum Anschluß Deutschwestungarns an die Republik Österreich. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurden an den Ortseingängen Panzersperren errichtet und ein Volkssturm aufgestellt, der aber nicht zum Einsatz kam. Aufgrund des Widerstandes einer deutschen Artillerieeinheit wurde der Ort mit fünf russischen Bomben be­legt, wodurch einige Menschen getötet wurden. Nach dem Ein­marsch der Russen wurde im Dorf ein Auffanglager für ehe­malige Ostarbeiter und russische Kriegsgefangene eingerichtet, in dem sich zeitweise bis zu 16.000 Personen aufhielten. Die Bauern der Gemeinde mußten zum Großteil für deren Verpfle­gung aufkommen. Durch die Massenansammlung von Menschen kam es zum Aus­bruch einer Typhusepidemie, die zahlreiche Opfer forderte.


Nach der Überwindung dieser schwierigen Zeit konnte in den 50-er Jahren der Auf- und Aus­bau der Infrastruktur in den einzelnen Gemeinden beginnen. Im Jahr 1971 erfolgte der Zu­sammenschluß der Orte Sigleß und Krensdorf zu einer Groß­gemeinde.


1971/72 wurde die Volksschule in Krensdorf aufgelassen; das bestehende Schulgebäude wurde für die Zwecke eines Kindergartens umgestaltet. Heute besuchen die Kinder von Krensdorf und Sigleß die Volks­schule in Sigleß, die „Jüngsten" der beiden Gemeinden gehen in den Krensdorfer Kindergarten. Nach 26 Jahren gemeinsamer Verwaltung wurde am 1. Jänner 1998 die Trennung in zwei eigenständige Gemeinden Krensdorf und Sigleß vollzogen. Zum ersten Bürgermeister der jungen Gemeinde wurde KR Josef Giefing gewählt.



Quelle: "Der Bezirk Mattersburg im Wandel der Zeit", Kirsner & Peternell 1998